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  • Embodiment in unserem Alltag

    Was ist Embodiment und wie zeigt es sich bei Menschen im Arbeitsumfeld? Übersetzt heißt Embodiment „Verkörperung“. Es geht dabei um ein neues Verständnis unserer Verbindung mit dem eigenen Körper, das uns neu und wirksame Handlungsmöglichkeiten eröffnet.

    In welchen beruflichen Situationen können wir leicht argumentieren, dass …

    • sich die Entscheidung einfach nicht richtig anfühlt?
    • alleine der Gedanke, dieses Projekt fortzusetzen, mir alle Energie raubt?
    • mich die neue Position sehr interessiert, aber kann ich diese Rolle einnehmen und dabei authentisch bleiben?

    Ich habe da ein Bauchgefühl ….

    Bis wir die Zeit und den Mut finden, diese Gefühle und Empfindungen zu entschlüsseln, ist die Entscheidung vielleicht bereits gefallen. Signale des Körpers zu respektieren und ihnen Raum zu geben, sind wir nicht gewohnt. Manchmal fehlt uns die Sensibilität, der Zugang zu unseren Empfindungen oder einfach die Zeit, um sie zu verarbeiten.

    In unserer westlichen Kultur müssen wir auch die Angst überwinden, dass die Kultivierung unserer Sensibilität eine erhöhte Verletzlichkeit mit sich bringt, die wir möglicherweise nicht vollständig kontrollieren können. Unsere Leistungskultur und Effizienzdenken machen es schwer für uns, diese Fähigkeit zu entwickeln oder aufrechtzuerhalten. Die fortschreitende Digitalisierung und der vermehrte Einsatz von KI-Tools verstärken die Dynamik der Entfremdung von unseren Körperwahrnehmungen.

    „Cogito ergo sum“ … ?

    Aufgrund zahlreicher Studien und Erkenntnisse aus der Bewusstseinsforschung der letzten Jahre wissen wir, dass die Hierarchie mit der 1.Instanz des Kopfes, der dem restlichen Körper anschafft was zu tun sei, so nicht stimmt. Doch dieser Satz von René Descartes prägt unsere westliche Kultur seit dem 17. Jhdt.

    • Wie durchdacht so manches Change Projekt auch sein mag, es wird trotzdem nicht so umgesetzt, wie es das Konzept vorschreibt.
    • Listen mit „Für und Wider“ helfen bei der Entscheidung meiner beruflichen Weiterentwicklung nicht ausreichend, wenn meine innere Überzeugung nicht stimmt.
    • Auch wenn ich mir vornehme, besser auf meine Ressourcen zu achten, werde ich im Meeting meine Grenzen einfordern?

    Veränderung entsteht bei uns nicht, weil alles logisch durchdacht und ausargumentiert ist, sondern weil es für uns insgesamt stimmig ist – mentale, physische, emotionale und energetische Aspekte sind hier gleichwertig und werden in ständigem Austausch mit ihrer Umwelt abgeglichen (Maja Storch).

    Die gute Nachricht: Wir können es (wieder) lernen!

    Die Verbindung wieder herzustellen und unsere gesamte Körperintelligenz zu nutzen ist eine erlernbare Fähigkeit. Die Rückeroberung unseres Körpers hilft uns, klare Entscheidungen zu treffen und gesündere Grenzen zu setzen. Das Verständnis unserer persönlichen Ressourcen versetzt uns in die Lage, Zeiten der Turbulenzen und Veränderungen mit mehr Resilienz zu meistern.

    Auf meinem eigenen Weg bemerkte ich, dass – wenn ich auf dem ganzen Klavier der Gefühle spiele – ich auch Freude und Vergnügen stärker empfinde. Dadurch fühle ich mich insgesamt lebendiger und mehr mit mir selbst und anderen verbunden.

    Deine Erfahrung?

    Es gibt viele unterschiedliche Ansätze im Bereich der Somatik und des Embodiments, die dich dorthin führen können. Welcher spricht dich am meisten an? Was hast du schon ausprobiert und welche Erfahrungen hast du gemacht?

    Katja Teuchmann